Blindschleiche in Brüggen – Wer lebt da heimlich im Gras?

Im Naturpark Schwalm-Nette begegnet man ihr oft, ohne sie zu erkennen.
Die Blindschleiche gleitet lautlos durchs Gras.
Deshalb übersehen viele Menschen sie leicht.
Viele Menschen halten sie für eine Schlange, doch das stimmt nicht.
Dabei ist das Tier weder blind noch gefährlich, sondern ein nützlicher Nachbar im Garten und am Wegesrand.
Wer mehr über dieses stille Tier erfahren möchte, findet hier Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wissenswertes über die Blindschleiche in Brüggen

Was ist eine Blindschleiche überhaupt?

  • Sie zählt zu den Echsen und trägt den wissenschaftlichen Namen Anguis fragilis.
  • Das Tier hat keine Beine und wirkt deshalb auf den ersten Blick wie eine kleine Schlange.
  • Trotzdem gehört es zur Familie der Schleichen und damit klar zu den Echsen.
  • In Deutschland ist sie das häufigste heimische Reptil überhaupt.

Ist die Blindschleiche eine Schlange?

  • Nein, sie ist keine Schlange, sondern eine beinlose Echse.
  • Sie kann im Gegensatz zu Schlangen ihre Augen mit Lidern schließen.
  • Außerdem bewegt sie sich steifer und langsamer als eine Schlange.
  • Der Grund dafür sind kleine Knochenplättchen unter ihren Schuppen.

Warum heißt sie Blindschleiche, wenn sie doch sehen kann?

  • Der Name täuscht, denn das Tier ist keineswegs blind.
  • Er stammt vom althochdeutschen Wort „Plintslicho“ und bedeutet „blendender Schleicher“.
  • Damit ist ihr glänzendes, fast metallisches Schuppenkleid gemeint.
  • Der Name bezieht sich also auf ihr Aussehen und nicht auf ihre Augen.

Wie sieht sie aus?

  • Ihr Körper ist lang, rund und ohne Beine.
  • Erwachsene Tiere werden meist zwischen 35 und 45 Zentimeter lang.
  • Die Oberseite schimmert braun, grau oder bronzefarben.
  • Junge Tiere tragen einen dunklen Streifen auf silbrig glänzender Haut (Bild unten – gerettetes Jungtier).
  • Männchen wirken oft einfarbiger, während Weibchen häufig einen dunklen Rückenstreifen zeigen.
Blindschleiche - gerettetes Jungtier
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Wo lebt die Blindschleiche im Naturpark Schwalm-Nette?

  • Sie mag lichte Wälder, Wegränder und feuchte Wiesen.
  • Auch Heideflächen und naturnahe Gärten bieten ihr Lebensraum.
  • Im Brachter Wald und entlang der Schwalm findet sie geeignete Verstecke.
  • Totholz, Laub und lockere Steinhaufen dienen ihr als Unterschlupf.
  • Weil sie Feuchtigkeit braucht, hält sie sich selten an trockenen, offenen Stellen auf.

Wovon ernährt sie sich?

  • Nacktschnecken stehen ganz oben auf ihrem Speiseplan.
  • Daneben frisst sie Regenwürmer, Insektenlarven und kleine Spinnen.
  • Damit ist sie im Garten sogar nützlich, denn sie hilft gegen Schneckenplagen.
  • Sie jagt langsam und verlässt sich vor allem auf ihren Geruchssinn.
blindschleiche und ihre Ernähnung
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Wie pflanzt sie sich fort?

  • Die Paarung findet meist im April oder Mai statt.
  • Danach trägt das Weibchen die Jungen etwa drei Monate lang aus.
  • Die Tiere legen keine Eier, sondern bringen lebende Jungtiere zur Welt.
  • Im Spätsommer schlüpfen zwischen sechs und fünfzehn Jungtiere.
  • Eine dünne Hülle umschließt sie bei der Geburt, die sie schnell abstreifen.
Blindschleiche und deren Fortpflanzung
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Wie alt kann sie werden?

  • In freier Natur erreichen viele Tiere ein Alter von 20 bis 30 Jahren.
  • In menschlicher Obhut erreichten manche Tiere sogar über 30 Jahre.
  • Damit gehört sie zu den langlebigsten Reptilien Europas.

Was macht sie im Winter?

  • Sobald es kälter wird, zieht sie sich in frostfreie Verstecke zurück.
  • Dazu nutzt sie Erdlöcher, Wurzelbereiche oder alte Komposthaufen.
  • Dort verharrt sie bewegungslos, bis die Temperaturen im Frühjahr wieder steigen.
  • Fachleute nennen diese Ruhephase Winterstarre.
So überwintert die Blindschleiche
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Ist die Blindschleiche gefährlich für Menschen oder Haustiere?

  • Nein, sie ist völlig harmlos und besitzt kein Gift.
  • Sie beißt nicht und flieht bei Gefahr lieber, als sich zu verteidigen.
  • Bei Bedrohung kann sie allerdings ihren Schwanz abwerfen, um abzulenken.
  • Dieser wächst zwar nach, bleibt danach aber meist kürzer und stumpfer.

Steht die Blindschleiche unter Naturschutz?

  • Ja, sie gilt bundesweit als besonders geschützte Art.
  • Deshalb darf niemand die Tiere fangen, verletzen oder töten.
  • In Nordrhein-Westfalen steht sie zudem auf der Vorwarnliste der Roten Liste.
  • Das bedeutet, dass ihre Bestände langfristig eher zurückgehen.
  • Ähnlich wie der Biber zählt sie damit zu den geschützten Tierarten der Region.

Welche Gefahren drohen ihr?

  • Straßen und Radwege werden für viele Tiere zur tödlichen Falle.
  • Auch Hauskatzen und Gartengeräte wie Mähroboter oder Rasentrimmer sind gefährlich.
  • Zusätzlich verschwinden durch Bebauung und intensive Landwirtschaft wichtige Lebensräume.
  • Weil ihre Bestände empfindlich reagieren, ist jeder Verlust an Lebensraum spürbar.
Gefahren für Blindschleichen
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Was kann ich tun, wenn ich sie im Garten finde?

  • Am besten lässt man das Tier einfach in Ruhe.
  • Laub-, Reisig- oder Steinhaufen im Garten bieten ihr wertvollen Unterschlupf.
  • Beim Mähen lohnt sich ein höherer Schnitt, damit die Klinge die Tiere nicht verletzt.
  • Wer auf Pflanzenschutzmittel verzichtet, schützt zugleich ihre Nahrung.
  • Findet man ein verletztes Tier, hilft oft eine örtliche Naturschutzstation weiter.

Wo lässt sich die Blindschleiche in Brüggen beobachten?

  • Gute Chancen bestehen an sonnigen Wegrändern im Naturpark Schwalm-Nette.
  • Auch entlang der Schwalm und am Rand des Brachter Walds sonnen sich die Tiere gern.
  • Wer zusätzlich mehr über die Tier- und Pflanzenwelt der Region erfahren möchte, findet Informationen in der Naturpark-Informationsstelle in der Burg Brüggen.
  • Wer die Region zu Fuß erkunden will, findet passende Routen bei den Wandertipps für Brüggen.
  • Am ruhigsten trifft man sie früh morgens oder in der Abenddämmerung an.

Quellen:
AG Feldherpetologie und Artenschutz der DGHT, Artensteckbrief Westliche Blindschleiche,
Herpetofauna NRW, Blindschleiche (Anguis fragilis),
Rote-Liste-Zentrum Deutschland, Anguis fragilis,
Nationalpark Donau-Auen, Art-Datenblatt Blindschleiche

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