Entdecke die Schmucklibellen an Schwalm und Brachter Wald
Was sind Schmucklibellen eigentlich?
- Schmucklibellen ist ein Alltagsname für die zarten, meist bunt gefärbten Kleinlibellen.
Fachlich gehören sie zur Unterordnung Zygoptera innerhalb der Libellen.
Der Name passt gut, denn ihre Körper schimmern oft blau, grün oder kupferfarben.
Trotzdem sind sie keine eigene wissenschaftliche Familie, sondern eine bunte Gruppe.
Dazu zählen zum Beispiel Prachtlibellen, Azurjungfern und Federlibellen.

Welche Schmucklibellen-Arten kommen in Brüggen vor?
- An der Schwalm und im Brachter Wald leben mehrere Arten.
Die Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens) ist an ruhigen Flussabschnitten häufig.
Die Blauflügel-Prachtlibelle (Calopteryx virgo) bevorzugt schattigere, kühlere Bachläufe.
Außerdem fliegt hier die Hufeisen-Azurjungfer (Coenagrion puella) an stehenden Gewässern.
Auch die Blaue Federlibelle (Platycnemis pennipes) ist am Ufer keine Seltenheit.
Wer genau hinschaut, entdeckt oft mehrere Arten an einem einzigen Nachmittag.
Woran erkennst du die Gebänderte Prachtlibelle?
- Männchen tragen ein dunkelblaues Band auf den ansonsten durchsichtigen Flügeln.
Ihr Körper glänzt metallisch grün bis blau und wirkt dadurch auffällig.
Weibchen sind unscheinbarer und zeigen bronzefarbene Flügel ohne das Band.
Beide Geschlechter sitzen gerne auf Blättern nahe der Wasseroberfläche.
Ihr Flug wirkt eher flatternd als geradlinig, fast wie ein Schmetterling.

Was unterscheidet die Blauflügel-Prachtlibelle von der Gebänderten?
- Bei den Männchen sind die Flügel komplett blaugrün gefärbt, nicht nur gebändert.
Weibchen erkennst du an den bräunlich-kupfernen, durchscheinenden Flügeln.
Diese Art mag kühlere, stärker beschattete Gewässer als ihre Verwandte.
Deshalb triffst du sie eher an Waldbächen als an offenen Wiesenflüssen.
Beide Prachtlibellen besitzen kein Flügelmal, anders als viele andere Libellenarten.
Was unterscheidet Schmucklibellen von Großlibellen?
- Schmucklibellen sind meist kleiner und schlanker gebaut als Großlibellen.
Im Sitzen legen sie ihre Flügel senkrecht über dem Körper zusammen.
Großlibellen halten ihre Flügel dagegen waagerecht ausgebreitet zur Seite.
Zudem stehen die Augen der Schmucklibellen deutlich sichtbar auseinander.
Bei Großlibellen berühren sich die Augen meist auf der Kopfoberseite.

Wo in Brüggen lassen sich Schmucklibellen gut beobachten?
- Der renaturierte Schwalmabschnitt östlich der Burg Brüggen bietet ruhige Uferzonen.
Auch die Feuchtflächen im Brachter Wald eignen sich für eine Beobachtung.
Wer weiter fahren möchte, findet im Elmpter Schwalmbruch zusätzliche Moorgewässer.
An sonnigen, windstillen Vormittagen sind die Tiere besonders aktiv.
Ein Platz am Ufer mit etwas Geduld reicht meistens schon aus.
Wann fliegen Schmucklibellen in der Region?
- Die Flugzeit beginnt je nach Witterung Ende April oder Anfang Mai.
Den Höhepunkt erreichen die meisten Arten zwischen Juni und August.
Einzelne Tiere lassen sich bis in den September hinein noch beobachten.
Kühle, verregnete Sommer verschieben die Flugzeit spürbar nach hinten.
Deshalb lohnt sich bei unsicherem Wetter ein Blick in aktuelle Beobachtungsmeldungen.

Wovon ernähren sich Schmucklibellen?
- Sowohl Larven als auch erwachsene Tiere sind reine Fleischfresser.
Die Larven leben unter Wasser und jagen kleine Wasserinsekten sowie Krebstiere.
Erwachsene Schmucklibellen fangen im Flug Mücken, Fliegen und andere Kleininsekten.
Dabei nutzen sie ihre Beine wie einen kleinen Fangkorb.
So tragen sie ganz nebenbei zur natürlichen Insektenregulierung am Gewässer bei.

Wie läuft die Fortpflanzung bei Schmucklibellen ab?
- Männchen verteidigen oft ein kleines Revier direkt am Wasser.
Bei der Paarung bilden Männchen und Weibchen das typische Paarungsrad.
Anschließend legt das Weibchen die Eier in Pflanzenstängel unter der Wasserlinie ab.
Manche Weibchen tauchen dafür sogar kurzzeitig vollständig unter Wasser.
Aus den Eiern schlüpfen Larven, die bis zu zwei Jahre im Wasser leben.

Sind Schmucklibellen in der Region gefährdet?
- Viele Arten reagieren empfindlich auf verschmutzte oder ausgebaute Gewässer.
Naturnahe Ufer mit Pflanzenbewuchs sind für sie besonders wichtig.
Die Renaturierung der Schwalm hat den Lebensraum in Brüggen spürbar verbessert.
Trotzdem stehen einzelne Arten bundesweit auf der Roten Liste.
Wer Ufer naturnah lässt, hilft den Tieren dauerhaft.
Können Schmucklibellen stechen oder beißen?
- Schmucklibellen besitzen keinen Stachel und sind für Menschen ungefährlich.
Bei vorsichtigem Anfassen kann es höchstens zu einem kleinen Zwicken kommen.
Das liegt an den kräftigen Mundwerkzeugen, mit denen sie Beute fangen.
Für die Haut ist das jedoch spürbar harmlos.
Am besten beobachtest du die Tiere ohnehin aus etwas Abstand.

Wie kannst du Schmucklibellen bei einem Spaziergang schützen?
- Bleib beim Beobachten möglichst auf den ausgewiesenen Wegen.
Vermeide es, Ufervegetation zu betreten oder Pflanzen abzuknicken.
Fotografiere die Tiere lieber, statt sie einzufangen.
Deine Beobachtungen kannst du zusätzlich bei lokalen Naturschutzgruppen melden.
So helfen deine Daten dabei, den Bestand langfristig einzuschätzen.

Quellen:
- Wildermuth, H. & Martens, A. (2019): Die Libellen Europas, Quelle & Meyer Verlag
- LibellenWissen.de: Schlanklibellen (Coenagrionidae)
- Naturpark Schwalm-Nette: Offizielle Informationsseite
- Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen (GdO): Libellenfauna Deutschlands
- Ott, J. et al. (2015): Rote Liste der Libellen Deutschlands, Libellula Supplement 14
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