Borner See in Brüggen: Ein Naturparadies

Borner See – Ein stilles Gewässer mit Geschichte

Was ist der Borner See eigentlich?

Wer durch Born spaziert, stößt früher oder später auf ihn.
Der Borner See liegt direkt am Ortsrand und gehört zum Naturpark Schwalm-Nette.
Er ist kein natürlicher See – sondern das Ergebnis von Jahrhunderten menschlicher Arbeit und Natur, die sich zurückgeholt hat, was ihr gehört.

Borner See um 1812
Karte von Tranchot um 1800

Wie ist der Borner See entstanden?

  • Zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert wurde hier Torf abgebaut.
  • Torf war damals ein wichtiger Brennstoff für die Region.
  • Durch den Abbau entstand eine Senke – und die füllte sich mit Wasser.
  • So entstand der ursprüngliche Borner See, damals noch „Tantelbroich“ genannt.
  • Er hatte zeitweise rund 13 Hektar Fläche und war etwa 1,4 Meter tief.

Warum verschwand der See fast vollständig?

  • Stehende Gewässer altern – das ist ganz normal.
  • Der Kranenbach schwemmte über die Jahre Schlamm und Pflanzenmaterial an.
  • Diesen Prozess nennt man Verlandung: Der See wurde langsam zugeschüttet.
  • In den 1920er Jahren war von dem See kaum noch etwas übrig.
  • Nur eine kleine Wasserfläche erinnerte noch an das frühere Gewässer.

Wann und warum wurde der See wiederhergestellt?

  • In den Jahren 1975 und 1976 wurde der See komplett entschlammt.
  • Riesige Mengen an Boden und Sediment wurden dabei abgetragen.
  • Gleichzeitig bekam der See eine neue Aufgabe: Er wurde zum Hochwasserrückhaltebecken.
  • Seitdem reguliert er den Wasserstand der Schwalm bei starken Regenfällen.
  • Die Ufer wurden neu bepflanzt und dem See damit Stabilität zurückgegeben.

Steht der See heute unter Schutz?

  • Ja – der Borner See und das angrenzende Tantelbruch stehen vollständig unter Naturschutz.
  • Das Südufer ist für Besucher gesperrt, weil dort Vögel brüten und rasten.
  • Wer trotzdem Glück hat, beobachtet von den erlaubten Wegen aus Enten, Gänse oder Fischreiher.
  • Der See ist Teil eines größeren Feuchtbiotops – wertvoll für Amphibien, Insekten und Pflanzen.
  • Schilfgürtel am Ufer filtern außerdem Nährstoffe aus dem Wasser heraus.

Welche Tiere leben rund um den See?

  • Wasservögel aller Art nutzen den See als Rast- und Brutplatz.
  • Auch entflohene Nutrias sind hier am Ufer zu sehen.
  • Im Schilf und am Wasser leben zahlreiche Amphibien- und Insektenarten.
  • Seltene Feuchtgebietspflanzen wie Rohrkolben und Schilf prägen das Bild.
  • Das weiche Totholz in der Nähe lockt außerdem holzbewohnende Käferarten an.

Was kann man rund um den See unternehmen?

  • Der See liegt auf beliebten Rad- und Wanderrouten der Region.
  • Die „Zwei-Seen-Runde“ und die „Brüggen-Borner Runde“ führen direkt vorbei.
  • Ein Highlight ist der Patschelpfad – er führt einmal rund um den See.
  • Patschel ist übrigens ein Fischotter aus einem Kinderroman eines lokalen Heimatdichters.
  • Am Ufer gibt es außerdem einen Wasser.Blickpunkt des Naturparks Schwalm-Nette.
  • Dort kann man auf einer Bank sitzen und die Umgebung in Ruhe auf sich wirken lassen.

Was ist das besondere Fotomotiv am Borner See?

Borner see
(anklicken zum Vergrößern)
  • Der Blick über das Wasser zur Pfarrkirche St. Peter in Born ist schlicht wunderschön.
  • Besonders bei Sonnenuntergang lohnt sich ein Foto.
  • Die Kirche stammt mindestens aus dem Jahr 1136 – Born ist also kein junger Ort.
  • Nicht weit entfernt steht außerdem die denkmalgeschützte Borner Mühle von 1412.
  • Geschichte und Natur liegen hier buchstäblich nebeneinander.

Wann lohnt sich ein Besuch am meisten?

  • Der See ist das ganze Jahr über einen Besuch wert.
  • Im Frühjahr erwacht das Schilf und die ersten Zugvögel treffen ein.
  • Im Herbst sorgt das Wasser für spiegelnde Reflexionen der umliegenden Bäume.
  • Im Winter ist der See oft überraschend belebt – viele Wasservögel überwintern hier.
  • Wer früh morgens kommt, hat die besten Chancen auf Ruhe und Tierbeobachtungen.

Darf man am See angeln oder schwimmen?

  • Schwimmen ist im Borner See nicht erlaubt – er ist kein Badessee.
  • Das Betreten der Schutzzonen, besonders am Südufer, ist ebenfalls verboten.
  • Wer angeln möchte, sollte sich vorher beim zuständigen Angelverein erkundigen.
  • Die Schutzregeln sind kein Bürokratie-Unsinn, sondern schützen echte Lebensräume.

Quellen: Naturpark Schwalm-Nette; Schwalmverband; Gemeinde Brüggen – Dieser Artikel ersetzt keine rechtliche Beratung zu Naturschutzregeln vor Ort.