Elmpter Schwalmbruch – Natur pur an der niederländischen Grenze

Naturschutzgebiet Elmpter Schwalmbruch im Naturpark Maas-Schwalm-Nette

Wie entstand der Elmpter Schwalmbruch überhaupt?

Preußische Uraufnahme von 1846 – der Elmpter Schwalmbruch existierte damals noch nicht
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Das klingt vielleicht überraschend – aber 1846 gab es den Elmpter Schwalmbruch noch gar nicht.
In der preußischen Uraufnahme floss hier noch die Schwalm frei durch die Landschaft.
Erst 1904 wurde der natürliche Fluss für den Kiesabbau begradigt und zu einem Kanal gemacht.
Dabei entstanden unter anderem der Venekotensee und der Diergartsche See.
Auf deutscher Seite verlief die Schwalm fortan schnurgerade – auf niederländischer Seite blieb sie natürlich gewunden.
Ebenso unterschiedlich war der Baumbestand: In Deutschland Wirtschaftswald, in den Niederlanden nahezu Urwaldcharakter.
Genau so, südlich des neuen Schwalmkanals, entstand schließlich der Elmpter Schwalmbruch.

Wo genau liegt das Naturschutzgebiet?

Das rund 300 Hektar große Gebiet liegt direkt an der niederländischen Grenze.
Von West nach Ost erstreckt es sich zwischen den Niederlanden und dem ehemaligen Capellenbruch – heute Niederlande und Venekotensee.
Von Nord nach Süd liegt es zwischen dem Brüggener Busch und dem Elmpter Busch.
Übrigens: Der Venekotensee selbst gehört nicht zum Elmpter Schwalmbruch.
Trotz der Begradigung und des Grundwasserabpumpens durch den Braunkohleabbau Garzweiler trocknete das Gebiet nicht aus.
Die verbliebenen Flusswindungen und Tümpel bieten heute seltenen Insekten und Tieren wertvolle Lebensräume.
Wer das Gebiet erkunden möchte, findet einen rund 9 km langen Rundwanderweg vor.
Er führt an der Wachholderheide mit dem 2023 neu errichteten Aussichtsturm vorbei.

Wie kommt man zum Elmpter Schwalmbruch?

Am schönsten ist es mit dem Fahrrad – und dann vor Ort zu Fuß.
Für Autofahrer gibt es vier Wanderparkplätze in der Nähe:

Was kann man dort entdecken – Tiere und Pflanzen?

Der Elmpter Schwalmbruch überrascht mit einer erstaunlichen Artenvielfalt.
Wer aufmerksam durch das Gebiet streift, begegnet möglicherweise diesen Tieren:

  • Teichrohrsänger, Wiesenpieper, Falken und Schwarzkehlchen
  • Ziegenmelker – vor allem in der Dämmerung hörbar
  • Eisvogel – ein leuchtend blauer Blickfang an Gewässern
  • Frösche und Schildkröten in und um die Tümpel
  • Marder und Fuchs – häufig in der Morgen- und Abenddämmerung
  • Blindschleichen und Kreuzottern in der Heide
  • Rot- und Schwarzwild im Waldbereich
  • Dachs und Biber – am besten nachts zu beobachten
  • Libellen und Falter an den Wasserflächen

Auch die Pflanzenwelt ist sehenswert – besonders in der Blütezeit:

  • Schwertlilien an den Ufern
  • Sonnentau – eine fleischfressende Moorpflanze
  • Moorlilien in feuchten Bereichen
  • Erika in der Wachholderheide

Panoramablicke in den Jahreszeiten


Blick auf die Wachholderheide im Elmpter Schwalmbruch an einem Novembermorgen
Blick auf die Wachholderheide an einem Novembermorgen (draufklicken zum Vergrößern)

Winterliche Stimmung im Elmpter Schwalmbruch an einem Dezembermorgen
Blick auf den Elmpter Schwalmbruch an einem Dezembermorgen (draufklicken zum Vergrößern)

Impressionen aus dem Elmpter Schwalmbruch

Neuer Aussichtsturm an der Wachholderheide im Elmpter Schwalmbruch – erbaut 2023 Naturlandschaft im Elmpter Schwalmbruch bei Brüggen – Tümpel und Feuchtgebiete Heide im Elmpter Schwalmbruch bei Sonnenaufgang – goldenes Morgenlicht über der Wachholderheide Offene Moorlandschaft im Elmpter Schwalmbruch mit Heidepflanzen und Wasserfläche Ruhige Wasserfläche im Elmpter Schwalmbruch mit Spiegelung von Bäumen und Schilf Fliegenpilz im Elmpter Schwalmbruch – typischer Waldbewohner im Naturschutzgebiet Verblühte Korkenzieherweide im Elmpter Schwalmbruch im Herbst Winterlicher Waldweg im Elmpter Schwalmbruch im Januar 2019 Holzbohlenweg durch das Feuchtgebiet im Elmpter Schwalmbruch im Frühling 2020 Morgennebel liegt über dem Elmpter Schwalmbruch im Dezember – stimmungsvolle Winterlandschaft

Wo gibt es weitere Informationen?

Wer tiefer eintauchen möchte, findet hier weiterführende Links:

🔍 Hintergrund: Natur im Wandel

Unsere heimischen Gewässer und Moore reagieren extrem sensibel auf klimatische Veränderungen.
Wie dramatisch die Auswirkungen einer anhaltenden Hitzeperiode sein können, haben wir im Jahr 2019 dokumentiert.

➜ Zum Rückblick: Die Trockenheit im Naturpark

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