Entdecke die Geschichte und Natur der Schwalm
Welche Orte liegen direkt an der Schwalm?
- Brüggen, Niederkrüchten, Schwalmtal, Wegberg und Swalmen liegen unmittelbar im Schwalmtal.
- Die Orte sind mit dem Fluss seit jeher eng verbunden.
- Die ersten Besiedlungen datieren laut Ausgrabungsfunden bis in die Eisenzeit zurück.
Wie ist die Schwalm entstanden?
- Durch das Absinken des Venloer Grabens sammelte sich über lange Zeit viel Wasser an.
- Die Tonschichten verhinderten das Versickern, weshalb sich ausgedehnte Niedermoore bildeten.
- Die Schwalm grub sich schließlich ein Bett in die Brüggener Scholle.
- Kleinere Bäche und Rinnsale flossen von den Seiten hinzu.
Wie lang ist die Schwalm – und wo liegt ihre Quelle?
- Das Einzugsgebiet der Schwalm umfasst rund 268 km², davon etwa 27 km² in den Niederlanden.
- Das Quellgebiet liegt im Tüschenbroicher Kessel (Koordinaten: 51,115442 / 6,269804 – Erkelenz-Geneiken).
- Die Schwalm ist rund 45 km lang und mündet bei Swalmen in die Maas.
Welche Mühlen entstanden entlang der Schwalm?
- Entlang der Schwalm und ihrer Zuflüsse entstanden über 20 historische Mühlen.
- Sie nutzten die Wasserkraft für Korn- und Ölgewinnung – und prägen die Region bis heute.
- Viele sind noch erhalten: als Restaurant, Wohnhaus oder Baudenkmal.
Hier die Mühlen von der Quelle zur Mündung:
- Ölmühle Tüschenbroich
- Kornmühle Tüschenbroich
- Bockenmühle in Watern
- Bischofsmühle (Wegberg)
- Lohmühle in Bissen (Wegberg)
- Wegberger Mühle
- Kringsmühle
- Molzmühle
- Neumühle zwischen Rickelrath und Schwaam
- Papelter Mühle bei Lüttelforst
- Jennekes Mühle
- Lüttelforster Mühle (heute Restaurant)
- Pannenmühle bei Niederkrüchten
- Radermühle bei Niederkrüchten
- Brempter Mühle
- Mühlrather Mühle am Hariksee
- Frankenmühle
- Borner Mühle
- Vennmühle am Laarer Bruch
- Brüggener Mühle
- Dilborner Mühle bei Overhetfeld
- Bockler Mühle bei Venekoten
- Holter Mühle bei Swalmen (NL)
- Loymolen
- Swalmener Mühle (Molen op de Swalm)
Warum fließt die Schwalm noch – obwohl die Quelle versiegte?
- Durch den Braunkohletagebau versiegte die Schwalmquelle vollständig.
- Seitdem wird sie – wie auch die Niers – künstlich am Leben erhalten.
- Der Verursacher Rhein-Braun pumpt dafür regelmäßig Wasser in die Quelle.
Welche Seen gibt es entlang der Schwalm?
- Durch das geringe Gefälle des Flusses konnten sich im Laufe der Zeit mehrere Seen bilden.
- Hariksee – mit ca. 1.250 m Länge, 250 m Breite und 3 m Tiefe der größte See. Er ist ein allgemein beliebtes Ausflugsziel.
- Borner See – gespeist vom Kranenbach, einem Nebenfluss der Schwalm, und durch Torfabbau entstanden.
- Weitere Seen entstanden durch Kiesabbau und befinden sich teils in privater, teils in öffentlicher Hand:
- An den zwei Dieken
- Laarer See
- Dahmensee
- Diergartscher See
- Venekotensee
Wofür wurde die Schwalm früher genutzt?
- Der frühere klare Zustand des Flusses war für die Bevölkerung besonders wertvoll.
- Der Fischreichtum verbesserte die oft karge häusliche Ernährung erheblich.
- Gleichzeitig versumpften dadurch viele angrenzende Flächen.
- Deshalb wurden umfangreiche Regulierungsmaßnahmen vorgenommen: Flussbettvertiefung, Laufbegradigung und Anbindung von Seitengräben.
Was steckt hinter der Melioration – und wer führte sie durch?
- Ende 1920 trat eine Genossenschaftsversammlung zusammen, die recht stürmisch verlief.
- Die begonnenen Arbeiten hatten bereits 250.000 DM an Kosten verursacht, die es aufzuteilen galt.
- Dazu kamen technische Schwierigkeiten, weshalb die Melioration wiederholt ins Stocken geriet.
- Letztlich führte der Reichsarbeitsdienst ab 1937 die Arbeiten zu Ende.
- Ein Nebeneffekt: Durch die Trockenlegung wurden am Unterlauf weitere Ackerflächen nutzbar.
- Im „Bruch“ ließen sich in den 1930er Jahren mehrere Siedler nieder, um durch Gemüseanbau ihre Existenz zu sichern.
- Wegen der hohen Arbeitslosigkeit der 1920er Jahre galt die Melioration auch als Beschäftigungsmaßnahme.
- Rund 250 Arbeiter aus der Umgebung wurden eingestellt – viele kamen zu Fuß oder mit dem Fahrrad.
- Das tägliche Arbeitspensum betrug 10 Stunden, mit nur einer 15-minütigen Pause.
- Der Stundenlohn lag bei 60 Pfennigen – und war dennoch willkommen, denn er sicherte den Broterwerb.
Wie steht es heute um die Wasserqualität der Schwalm?
- Heute ist der Schwalmverband für geordnete Verhältnisse im gesamten Flussgebiet zuständig.
- Die damaligen „paradiesischen Zustände“ sind zwar noch nicht wieder erreicht, doch die Wasserqualität hat sich deutlich verbessert.
- Höhere Anforderungen an die Kläranlagen haben dazu wesentlich beigetragen.
- In der Schwalm tummeln sich inzwischen wieder Fische, und bereits verschwundene Arten sind zurückgekehrt.
Was hat die Renaturierung der Schwalm gebracht?
- Zur Erholung der Natur hat nicht nur die verbesserte Wasserqualität beigetragen.
- Durch die großflächige Renaturierung bekam die Schwalm Teile ihres alten Flussbettes zurück.
- Außerdem wurden viele kleine Tümpel und Rückzugsgebiete für Tiere neu angelegt.
- Das Ergebnis ist heute in den Brüggener Schwalmauen eindrucksvoll zu erleben.
Redaktion Brüggen Erleben | Unabhängig & Lokal | Stand 2026
