Borner See in Brüggen: Ein Naturparadies

Borner See – Ein stilles Gewässer mit Geschichte

GPS-Koordinaten See
51°16’57.0″N 6°12’04.0″E (Google Maps / OpenStreetMap)
Adresse
Am Borner See, 41379 Brüggen-Born
Wasserfläche
ca. 6,5 Hektar (nach Wiederherstellung 1975/76)
Naturraum
Naturpark Schwalm-Nette, Feuchtbiotop mit Schilfgürtel
Schutzstatus
Vollständiges Naturschutzgebiet (Südufer gesperrt)
GPS-Koordinaten (Parkplätze)
Unterhalb Haus Strötges: 51°16’54.6″N 6°11’55.2″E
Vor dem Friedhof: 51°17’01.0″N 6°12’02.0″E
Hinter dem Friedhof: 51°17’03.0″N 6°12’01.0″E
Rundwege
Patschelpfad (Rundweg um den See – ca. 2 km), Große-Borner-See-Runde, Zwei-Seen-Runde, Brüggen-Borner Runde
Luftaufnahme des Borner Sees mit umliegenden Feldern und Wäldern
Alte Luftaufnahme – anklicken zum Vergrößern

Wer durch Born spaziert, entdeckt ihn früher oder später. Der Borner See liegt direkt am Ortsrand. Er gehört zum Naturpark Schwalm-Nette. Der See ist nicht natürlich entstanden. Er ist das Ergebnis von Jahrhunderten menschlicher Arbeit. Und von Natur, die sich zurückholt, was ihr gehört.

Historische Karte von Tranchot um 1800: Borner See mit umliegenden Flächen
Karte von Tranchot um 1800

Vom Torfabbau zum stillen Gewässer

Zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert bauten die Menschen hier Torf ab. Torf war damals ein wichtiger Brennstoff. Durch den Abbau entstand eine Senke. Sie füllte sich mit Wasser. So entstand der ursprüngliche Borner See. Damals nannte man ihn „Tantelbroich“. Der See hatte zeitweise rund 13 Hektar Fläche. Seine Tiefe betrug etwa 1,4 Meter.

Stehende Gewässer altern – das ist ganz normal. Der Kranenbach spülte über die Jahre Schlamm und Pflanzenmaterial an. Fachleute nennen diesen Prozess Verlandung. Der See wurde langsam zugeschüttet. In den 1920er Jahren war kaum noch etwas übrig. Nur eine kleine Wasserfläche erinnerte an das frühere Gewässer.

1975 und 1976 entschlammten Fachleute den See komplett. Sie trugen riesige Mengen an Boden und Sediment ab. Der See bekam eine neue Aufgabe: Er wurde zum Hochwasserrückhaltebecken. Seitdem reguliert er den Wasserstand der Schwalm bei starken Regenfällen. Die Ufer pflanzte man neu. Damit gab man dem See seine Stabilität zurück.

Rückzugsort für Tiere und Pflanzen

Der Borner See und das angrenzende Tantelbruch stehen vollständig unter Naturschutz. Das Südufer ist für Besucher gesperrt. Dort brüten und rasten Vögel. Von den erlaubten Wegen aus beobachten Sie Enten, Gänse oder Fischreiher – mit etwas Glück.

Der See ist Teil eines größeren Feuchtbiotops. Dieses Biotop ist wertvoll für Amphibien, Insekten und Pflanzen. Schilfgürtel am Ufer filtern Nährstoffe aus dem Wasser. Wasservögel aller Art nutzen den See als Rast- und Brutplatz. Auch entflohene Nutrias sind hier am Ufer zu sehen. Im Schilf und am Wasser leben zahlreiche Amphibien- und Insektenarten. Seltene Pflanzen wie Rohrkolben und Schilf prägen das Bild. Das weiche Totholz lockt zudem holzbewohnende Käfer an.

🛡️ Verhaltensregeln im Naturschutzgebiet

Naturschutzgebiete sind Rückzugsräume für seltene Tiere und Pflanzen. Mit ein paar einfachen Regeln schützen Sie diese empfindlichen Lebensräume:

🚶
Auf Wegen bleiben – Pfade nicht verlassen
🐕
Hunde anleinen – Leine maximal 2 m

Nichts mitnehmen – Pflanzen, Steine, Totholz
✈️
Keine Drohnen – Vögel werden gestört
🔥
Kein Feuer – Grillen, Rauchen verboten

Kein Zelten – Übernachten untersagt
🗑️
Müll mitnehmen – Keine Spuren hinterlassen
🔇
Ruhe bewahren – Kein Lärm, keine Musik

ℹ️ Verstöße gegen die Regeln sind Ordnungswidrigkeiten und können mit Bußgeldern geahndet werden.

Rund um den See: Wandern, Radeln & Verweilen

Der See liegt auf beliebten Rad- und Wanderrouten der Region. Die „Zwei-Seen-Runde“ und die „Brüggen-Borner Runde“ führen direkt vorbei. Ein Highlight ist der Patschelpfad. Er führt einmal rund um den See. Patschel ist übrigens ein Fischotter. Er stammt aus dem Roman „Patschel vom Schwalmtal“ des Heimatdichters Heinrich Malzkorn – dessen Andenken die Heimatfreunde Born pflegen. Am Ufer gibt es zudem einen Wasser.Blickpunkt des Naturparks Schwalm-Nette. Dort sitzen Sie auf einer Bank und lassen die Umgebung in Ruhe auf sich wirken.

Eine attraktive Erweiterung ist die Große Borner-See-Runde (ca. 3,15 km). Sie folgt dem bekannten Patschelpfad, führt dann aber weiter an der Schwalm entlang – vorbei an der Borner Mühle und der ehemaligen Burg Born. Unterwegs laden mehrere Bänke zum Verweilen ein. Die Route startet an jedem der drei Parkplätze in Born und ist auch für Familien mit Kindern gut geeignet.

OpenStreetMap-Karte mit der eingezeichneten Großen Borner-See-Runde
(c) openstreetmap – nachbearbeitet
Bänke am Borner See mit Blick auf das Wasser Picknicktische am Borner See Besucher am Borner See beim Picknick

Wanderrouten rund um den Borner See

Die Links führen zu externen Anbietern (Komoot, Outdooractive) sowie zum Naturpark Maas-Schwalm-Nette, wo Sie detaillierte Karten und GPS-Tracks (GPX) finden.

Ein Blick, der im Gedächtnis bleibt

Der Blick über das Wasser zur Pfarrkirche St. Peter in Born ist wunderschön. Besonders bei Sonnenuntergang lohnt sich ein Foto. Die Kirche stammt mindestens aus dem Jahr 1136. Born ist also kein junger Ort. Nicht weit entfernt steht die denkmalgeschützte Borner Mühle von 1412. Die Fundamente der einstigen Burg Born liegen ebenfalls nur wenige Gehminuten entfernt im Bruchgebiet der Schwalm. Geschichte und Natur liegen hier buchstäblich nebeneinander. In unmittelbarer Nähe zur Kirche gibt es zudem einen Kinderspielplatz und einen Bouleplatz.

Borner See in der Blauen Stunde mit spiegeltem Himmel auf dem Wasser
Blaue Stunde am Borner See

Ein Ort der Musik: Der Sing- und Musizierplatz

Direkt am Ufer des Borner Sees, gegenüber der Pfarrkirche St. Peter, liegt ein besonderer Ort: der Sing- und Musizierplatz. Ein hölzernes Schild mit der Aufschrift „Grüß Gott mit hellem Klang“ weist den Weg.

Hier hat sich eine wunderbare Tradition entwickelt. Seit 1975 lädt der Kirchenchor Cäcilia Born jedes Jahr zum „Singen am See“ ein. Was einst eine spontane Idee eines Chorsängers war, ist heute ein fester Termin im Kalender der Region.

Mehrere Hundert Besucher strömen dann mit Klappstühlen und Picknickdecken an den See. Sie lauschen dem Gesang des Chores, der von einem großen Projektchor unterstützt wird, und den Klängen des Musikvereins Cäcilia Brüggen. Das Besondere: Die Veranstaltung ist offen für alle – viele Gäste singen kräftig mit. Das Repertoire ist bunt gemischt, von Klassikern wie „Die Gedanken sind frei“ über Schlager bis hin zu internationalen Liedern, die der niederländische Chorleiter Floris van Gils einbringt.

Höhepunkt des Abends ist neben der Musik oft die Tradition, dass am Ende selbstgebackenes Weißbrot mit süßem Aufstrich gereicht wird. Wer die besondere Akustik des Ortes erleben möchte, sollte sich den Termin für das nächste „Singen am See“ im Kalender rot anstreichen.

Besucher beim Singen am See auf dem Sing- und Musizierplatz
Chor und Musikverein beim Singen am See am Borner See

Die beste Zeit für einen Besuch

Der See ist das ganze Jahr über einen Besuch wert. Im Frühjahr erwacht das Schilf. Die ersten Zugvögel treffen ein. Im Herbst spiegeln sich die Bäume im Wasser. Im Winter ist der See oft überraschend belebt. Viele Wasservögel überwintern hier. Wer früh morgens kommt, hat die besten Chancen auf Ruhe und Tierbeobachtungen.

Was Sie vor Ihrem Besuch wissen sollten

  • Schwimmen ist im Borner See nicht erlaubt. Er ist kein Badessee.
  • Das Betreten der Schutzzonen ist verboten. Besonders am Südufer.
  • Wer angeln möchte, fragt vorher beim zuständigen Angelverein.
  • Die Schutzregeln sind kein Bürokratie-Unsinn. Sie schützen echte Lebensräume.
Sonnenaufgang über dem Borner See mit Nebel über dem Wasser

Anreise und Parkmöglichkeiten

Drei kostenlose Parkplätze stehen in Born zur Verfügung:

Anfahrt mit ÖPNV

Die nächste Bushaltestelle ist Born Kirche (Linie 089, Viersen – Brüggen – Born). Von dort sind es etwa 300 Meter zum See. Der nächste Bahnhof ist Brüggen (Linie RB 33, Mönchengladbach – Venlo). Ab dort fahren Sie mit dem Bus oder dem Rad weiter (ca. 6 km).

Einkehrmöglichkeiten am Borner See

Barrierefreiheit

Der Patschelpfad ist weitgehend eben. Er ist überwiegend mit Splitt oder Asphalt befestigt. Damit ist er für Rollstuhlfahrer und Familien mit Kinderwagen grundsätzlich geeignet. Einzelne Abschnitte können bei Nässe schwierig sein.

Häufige Fragen zum Borner See

Warum verschwand der See fast vollständig?
Stehende Gewässer altern – das ist ganz normal. Der Kranenbach schwemmte über die Jahre Schlamm und Pflanzenmaterial an. Diesen Prozess nennt man Verlandung. In den 1920er Jahren war von dem See kaum noch etwas übrig.

Ist der Borner See ein Naturschutzgebiet?
Ja – der Borner See und das angrenzende Tantelbruch stehen vollständig unter Naturschutz. Das Südufer ist für Besucher gesperrt.

Darf man am Borner See angeln?
Wer angeln möchte, sollte sich vorher beim zuständigen Angelverein erkundigen. Der See ist kein öffentliches Angelgewässer.

Welche Tiere leben am Borner See?
Wasservögel aller Art nutzen den See als Rast- und Brutplatz. Auch entflohene Nutrias sind hier am Ufer zu sehen. Im Schilf und am Wasser leben zahlreiche Amphibien- und Insektenarten.

Kann man den See barrierefrei erkunden?
Der Patschelpfad ist weitgehend eben und überwiegend mit Splitt oder Asphalt befestigt. Er ist somit für Rollstuhlfahrer und Familien mit Kinderwagen grundsätzlich geeignet.


Quellen: Naturpark Schwalm-Nette; Schwalmverband; Gemeinde Brüggen – Dieser Artikel ersetzt keine rechtliche Beratung zu Naturschutzregeln vor Ort.

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