Wann ist Altweiber in Brüggen — und was erwartet dich dort?
Jedes Jahr am Donnerstag vor Rosenmontag verwandelt sich Brüggen in eine bunte Karnevalsbühne.
Frauen übernehmen das Kommando — und das ist so gewollt.
Altweiber ist der lauteste und fröhlichste Tag des Brüggener Karnevals.

Ablauf des Altweibertages in Brüggen – Schritt für Schritt
Wie startet der Tag?
Der Tag beginnt mit einem kostenlosen Möhnenfrühstück im Haus Mesterom — aber nur für Kostümierte.
Wer früh dabei ist, startet also bestens versorgt und gut gelaunt in den Tag.
Danach tanzt die BGB für die Grundschulkinder in der Burggemeindehalle.
Anschließend holen die Karnevalsvereine die Kinder auf dem Schulhof ab.
So beginnt der erste Veedelzoch durch Brüggen.
Was passiert mit den Möhnen?
Die Möhnen werden am Haus der Vereine, Borner Straße 34, abgeholt.
Gemeinsam stürmen sie danach das Rathaus — der klassische Höhepunkt des Vormittags.
Dabei geht es laut, bunt und ausgelassen zu — genau wie es sich für Karneval gehört.
Wie geht der Mittag weiter?
Mittags zieht der Veedelzoch durch den Ort weiter.
Die Belegschaft von Sparkasse und Volksbank wird kurzerhand abgeholt und mitgenommen.
Der Zug endet schließlich an der Burggemeindehalle.
Dort findet die große Karnevalsparty der Volksbank statt — mit freiem Eintritt für alle.
Wie klingt der Abend aus?
Den Abschluss bildet ein letzter Veedelzoch zur Torschänke in der Klosterstraße 11.
Dort lässt Brüggen den Altweibertag gemeinsam ausklingen — mit Musik, guter Laune und jeder Menge Möhnen.

Was steckt eigentlich hinter dem Begriff „Altweiber“?
Altweiber — auch Weiberfastnacht genannt — ist kein offizieller Feiertag, aber überall spürbar.
Ab 11:11 Uhr legen viele die Arbeit nieder und feiern bis zum Faschingsdienstag.
Die Tradition hat ihre Wurzeln in Bonn-Beuel im Jahr 1824.
Damals legten Wäscherinnen am Donnerstag vor Karneval die Arbeit nieder — aus Protest.
Sie gründeten kurzerhand einen eigenen Karnevalsverein: das Alte Beueler Damenkomitee 1824 e. V.
So entstand ein karnevalistischer Widerstand der Frauen, der bis heute lebt.
Was ist mit den Krawatten gemeint?
Seitdem gehört es zur Tradition, dass Frauen den Männern symbolisch die Krawatte abschneiden.
Damit dreht sich für einen Tag die Macht — und alle feiern das ausgelassen mit.
Was bedeutet „Veedelzoch“ überhaupt?
Das Wort kommt aus dem Rheinischen: Veedel bedeutet Stadtteil, Zoch bedeutet Zug.
Im Gegensatz zu großen Umzügen ist der Veedelzoch kleiner, persönlicher und direkter.
Die Teilnehmer ziehen durch die eigenen Straßen und feiern direkt mit den Nachbarn.
So entsteht eine familiäre Stimmung, die man bei großen Umzügen kaum findet.
Der Veedelzoch in Brüggen pflegt diese Tradition und stärkt den Zusammenhalt im Ort.
Wer Brüggens Veranstaltungskalender kennt, weiß: Hier wird das ganze Jahr mit Herz gefeiert.
Helau! Alaaf! Maak Möt!
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